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 1. November 19:00 Uhr  Weinverkauf bei Paul kein Doodle alle Mitglieder

 

Die Bedingungen hätten für diese historische Pflanzaktion kaum besser sein können. Der Boden war weich und doch nicht zu feucht, die Sonne schien noch relativ milde, die Stimmung unter den 60 Vereinsmitgliedern, die allesamt Hand anlegten, hervorragend. Unter ihnen war sogar einer, der noch genau wusste, wo der einstige Rebberg gleich nebenan war. Umso mehr freute sich der pensionierte Müsler Landwirt Seppi Friedrich, bei diesem Pflanzakt noch selber kräftig mittun zu dürfen.

Es war noch frisch am Morgen, als unter der Regie von Gärtner Paul Meier, Vizepräsident der Rebvereins, und den diversen kundigen Hobby-Rebbauern auf dem terrassierten und mit Pfosten und Stecklingen vorbereiteten Hang die Vereinsmitglieder mit der Pflanzaktion begannen. 670 Setzlingen aus der Aufzucht des Würenlingers Andreas Meier waren es, verteilt auf die Traubensorten Pinot Noir und Cabernet Dorsat. Letzterer gebe der Cuvée – der Füllung, die der Rebberg als Ganzes hergeben soll – die kräftige Farbe, erklärt Paul Meier. Allerdings werde man sich noch drei Pflanzjahre gedulden müssen, bis man das erste Mal Trauben lesen können. Und dann muss auch dieser Wein zuerst noch ins Fass. Der erste Schluck ist frühestens auf 2011 angesagt. Und in so geringer Menge, dass es wohl erst für den Vorstand reichen werde, meint Meier scherzhaft.

Die Idee, die Rebtradition wieder aufleben zu lassen, hatte Beat Hunziker, der sich in der Region zwar als Klein-Bierbrauer einen Namen gemacht hat. Er und die Erbengemeinschaft Stoffer sind es, die zu einem in Naturalien zu entrichtenden Pachtzins dem Verein den Rebberg zur Verfügung stellen. Ueli Isenegger, Gerd Slavicek mit Sohn Thomas sowie Donat Grenacher, alles reberprobte Leute, nahmen den Ball auf und gründeten den Rebverein, dessen Vorstand von Paul Meier ergänzt wurde. Rasch hatte man 60 Mitglieder beisammen, die mit ihrem Anteilschein das finanzielle Risiko, mit ihrem Einsatz aber auch die Arbeit mitzutragen gewillt sind. Bei der Vorbereitung des Rebbergs wie bei der weiteren Bewirtschaftung dürfen sie zusätzlich auf das Know-how der Rebbauernfamilie Wetzel zählen, sodass eigentlich nichts schiefgehen sollte. Dennoch: „ Wie der Wein schliesslich schmecken wird, davon lassen wir uns überraschen, denn in diesem Verhältnis der Zusammensetzung gibt es ihn noch nirgends“, erklärt Meier.

Das Rebunternehmen liess sich trotz verschiedener Hürden rasch realisieren, das Bewilligungsverfahren zügig abwickeln. Mit einer ersten Anfrage gelangte der Rebverein an den Kanton und ebnete sich dort den Weg. Weit kritischer sei man gegenüber dem Unternehmen bei der Abteilung Stadtökologie eingestellt gewesen, erzählt Hunziker. Am Chilehügel war nämlich eine Magerwiese geplant gewesen. Nachdem an einer Orientierungsversammlung in Rütihof das Vorhaben auf fruchtbaren Boden gestossen war, fand am 5. September 2007 die Gründungsversammlung des Rebvereins statt. Im Oktober fuhr Martin Wetzel bereits mit der Maschine auf, um den Chilehügel zu terrassieren.
Nun werden dort erst einmal die Rebstöcke heranwachsen. Doch beim Rebverein machen sich bereits Expansionsgelüste breit. Präsident Ueli Isenegger zeigt dorfeinwärts, wo zu den bestehenden 20 Aren einige zusätzliche gewonnen werden könnten. Doch der Verein ist nicht auf Profit aus. In erster Linie soll er dem bunten Haufen verschiedener Leute ermöglichen, die Gemeinschaft der Rebfamilie zu leben. Dies geschah am gestrigen Pflanztag bereits – mit dem göttlichen Segen. „Möge der Herr zum täglichen Brot uns diesen Wein schenken“, sprach dazu der katholische Seelsorger Peter Gissler.

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